Migräne: Ursachen, Auslöser und was helfen kann

Migräne ist ein komplexes Erkrankungsbild, bei dem zahlreiche Faktoren wie chronischer Stress, Schlafmangel, Hormonschwankungen, Entzündungsprozesse und Vitalstoffmängel eine Rolle spielen können. Ein ganzheitlicher Blick hilft, individuelle Ursachen zu erkennen und gezielt gegenzusteuern.

Was ist Migräne?

Migräne gehört zu den häufigsten neurologischen Erkrankungen. Laut einer Untersuchung des Robert Koch-Instituts erfüllen in Deutschland etwa 15 Prozent der Frauen und 6 Prozent der Männer die vollständigen Kriterien für eine Migräne (1).

Typisch sind wiederkehrende, häufig einseitige, pulsierende Kopfschmerzen, die durch körperliche Aktivität verstärkt werden können. Häufig treten zusätzlich Übelkeit, Erbrechen sowie Licht-, Geräusch- und Geruchsempfindlichkeit auf. Eine Migräneattacke kann bis zu 72 Stunden andauern und die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen.

Bei ungefähr einem Drittel der Betroffenen tritt außerdem eine sogenannte Aura auf. Dabei handelt es sich um vorübergehende neurologische Symptome wie Lichtblitze, Flimmern vor den Augen, Gesichtsfeldausfälle, Kribbelgefühle oder Sprachstörungen. 

Was passiert im Gehirn bei einer Migräne?

Bei Migräne reagieren bestimmte Netzwerke von Nervenzellen im Gehirns besonders empfindlich auf innere und äußere Reize. Eine wichtige Rolle spielt das sogenannte trigeminovaskuläre System, das Nervenfasern und Blutgefäße im Bereich der Hirnhäute miteinander verbindet.

Während einer Migräneattacke werden unter anderem Botenstoffe wie CGRP (Calcitonin Gene-Related Peptide) freigesetzt. Diese beeinflussen die Schmerzübertragung, erweitern Blutgefäße und sind an sogenannten neurogenen Entzündungsprozessen beteiligt.

Auch der Energiestoffwechsel des Gehirns steht im Fokus der Forschung. Untersuchungen deuten darauf hin, dass die Energieversorgung der Nervenzellen und die Funktion der Mitochondrien, unserer zellulären Kraftwerke, bei Migräne verändert sein können (2).

Migräne-Ursachen: Welche Faktoren spielen eine Rolle?

Migräne entsteht in der Regel durch ein komplexes Zusammenspiel verschiedener ungünstiger Lebensstil- und Umweltfaktoren, die über einen längeren Zeitraum auf den Organismus einwirken und verschiedene Schadmechanismen in Gang setzen können. Bestimmte genetische Faktoren erhöhen zudem das Risiko eine Migräne zu entwickeln. Wiederkehrende Migräneanfälle sollten grundsätzlich ärztlich abgeklärt werden.

Im Folgenden werden wichtige Ursachen aus Sicht der funktionellen Medizin vorgestellt und zudem häufige Trigger angesprochen, die bei Migränepatienten oftmals einem Anfall vorausgehen. 

Schlafmangel und fehlende Regeneration

Unzureichender oder unregelmäßiger Schlaf kann Migräne sowohl unmittelbar auslösen als auch langfristig zur Entstehung der Erkrankung beitragen.
Während des Schlafs finden wichtige Regenerationsprozesse im Gehirn statt. Dazu gehört die Aktivität des sogenannten glymphatischen Systems, das am Abtransport von Stoffwechselprodukten aus dem Gehirn beteiligt ist. Eine eingeschränkte Funktion des glymphatischen Systems erhöht das Risiko für Erkrankungen des Nervensystems.

Ein ausreichend langer, erholsamer Schlaf zählt daher zu den wichtigsten präventiven und therapeutischen Maßnahmen bei Migräne. Besonders wichtig sind regelmäßige Schlafens- und Aufwachzeiten, möglichst auch am Wochenende. Ein dunkles, kühles Schlafzimmer, der Verzicht auf schwere Mahlzeiten vor dem Schlafengehen und eine entspannende Abendroutine ohne Bildschirme können die Schlafqualität verbessern.

Akuter und chronischer Stress

Akute psychische oder körperliche Belastungen können Migräneattacken auslösen. Die Beschwerden können unmittelbar oder zeitlich verzögert auftreten, beispielsweise am Wochenende, wenn die Anspannung nachlässt.

Kurzfristiger Stress ist zunächst eine natürliche und wichtige Anpassungsreaktion des Körpers. Bei Menschen mit Migräne kann er jedoch als Auslöser einer Attacke wirken. Problematisch wird es insbesondere dann, wenn Belastungen dauerhaft anhalten und ausreichende Erholungsphasen fehlen. Chronischer Stress kann über verschiedene körperliche Mechanismen die Anfälligkeit für Migräneattacken erhöhen.

Häufige Ursachen für Dauerstress sind beispielsweise berufliche Überforderung, familiäre Konflikte oder finanzielle Sorgen. Hinzu kommen mögliche körperliche Stressoren wie chronische Infektionen, Schadstoffbelastungen oder Übertraining. Oft wirken mehrere dieser Faktoren gleichzeitig auf den Körper ein.

Chronischer Stress beeinflusst zahlreiche körperliche Prozesse: Die Schlafqualität und Darmgesundheit können sich verschlechtern, und damit auch die Aufnahme von Mikronährstoffen im Darm. Gleichzeitig können die hormonelle Regulation und der Energiestoffwechsel beeinträchtigt sowie entzündliche Signalwege verstärkt aktiviert werden. Diese Prozesse können wiederum die Funktion und Belastbarkeit des Nervensystems beeinflussen.

Ein gezieltes Stressmanagement sollte deshalb auf zwei Ebenen ansetzen: Kurzfristig können Atemübungen, Yoga, Meditation oder anderweitige bewusste Erholungspausen helfen, das Nervensystem zu beruhigen. Langfristig gilt es, chronische Stressoren zu erkennen und schrittweise zu reduzieren. 

Chronische Entzündungsprozesse

Entzündliche Prozesse spielen bei der Entstehung von Migräneschmerzen eine wichtige Rolle. Neben den lokalen neurogenen Entzündungsreaktionen wird untersucht, ob auch chronische, niedriggradige Entzündungen im Körper die Migränebereitschaft beeinflussen können.

Solche Entzündungsprozesse stehen unter anderem mit ungünstigen Ernährungsgewohnheiten, Schlafmangel, chronischem Stress, einer Belastung mit Umweltschadstoffen sowie Vitalstoffmängeln in Verbindung. Aus Sicht der funktionellen Medizin sind chronische, stille Entzündungen ein auslösender Faktor für nahezu alle chronischen Erkrankungen.

Darmgesundheit

Ein gesunder Darm ist nicht nur für die Verdauung und Aufnahme von Makro- und Mikronährstoffen wichtig, die wiederum für die Funktion des Nervensystems benötigt werden, sondern spielt auch eine zentrale Rolle für die Immunregulation und Stoffwechselgesundheit. Veränderungen des Darmmikrobioms und Störungen der Darmbarriere können entzündliche Prozesse im Körper begünstigen.

Über die sogenannte Darm-Hirn-Achse stehen Darm und Gehirn durch Nervenbahnen, Immunbotenstoffe und mikrobielle Stoffwechselprodukte in ständigem Austausch. Studien zeigen, dass sich die Zusammensetzung des Darmmikrobioms bei Menschen mit Migräne teilweise von der gesunder Vergleichspersonen unterscheidet (3). Ob diese Veränderungen ursächlich an der Migräneentstehung beteiligt sind, wird noch untersucht.

Wichtige Maßnahmen zur Unterstützung der Darmgesundheit sind eine gute Essenshygiene mit gründlichem Kauen und Essen und Ruhe, sowie eine Nahrungsauswahl, die reich an Gemüse und Ballaststoffen, Protein und gesunden Fetten ist und insgesamt vollwertige Lebensmittel bevorzugt und Fertigprodukte meidet. 

Energiestoffwechsel und Blutzucker

Das Gehirn hat einen hohen und kontinuierlichen Energiebedarf. Längeres Fasten, ausgelassene Mahlzeiten oder starke Schwankungen der Energiezufuhr können bei empfindlichen Menschen Migräneattacken triggern.

Für eine möglichst gleichmäßige Energieversorgung empfiehlt sich eine blutzuckerstabile Ernährung mit regelmäßigen Mahlzeiten, ausreichend Protein, Ballaststoffen und komplexen Kohlenhydraten. Zuckerreiche Lebensmittel oder Weißmehlprodukte sollten gemieden werden, da sie starke Blutzuckerschwankungen auslösen können.

Mikronährstoffversorgung

Für sämtliche zelluläre Funktionen benötigt der Körper Mikronährstoffe wie Mineralstoffe, Spurenelemente und Vitamine. Bei einer Mangelversorgungen können Stoffwechselprozesse im Körper, die zum Beispiel für die normale Funktion des Nervensystems relevant sind, beeinträchtigt sein. Für eine gesunde Funktion des Nervensystems sind beispielsweise Magnesium, Vitamin B2 und weitere B-Vitamine sowie Coenzym Q10 wichtig. 

Vor einer Supplementierung sollte der individuelle Versorgungsstatus mit Vitalstoffen labordiagnostisch geprüft werden. So können bestehende Mängel gezielt ausgeglichen werden.

Hormonschwankungen bei Frauen

Dass Frauen deutlich häufiger von Migräne betroffen sind als Männer, hängt unter anderem mit hormonellen Einflüssen zusammen.

Insbesondere Veränderungen des Östrogenspiegels können Migräneattacken begünstigen. Viele Frauen berichten deshalb über verstärkte Beschwerden kurz vor oder während ihrer Menstruation. Auch in der Perimenopause, wenn die Hormonspiegel zunehmend schwanken, kann sich das Migränemuster verändern.

Nach der Menopause bessern sich die Beschwerden bei manchen Frauen wieder. Bei anderen bleiben sie bestehen. Die Zusammenhänge sind individuell sehr unterschiedlich. Eine bioidentische Hormontherapie kann eine mögliche Behandlungsoption sein. Dies sollte selbstverständlich nur unter therapeutischer Begleitung erfolgen.

Histamin und Lebensmittelunverträglichkeiten

Histamin ist ein natürlicher Botenstoff, der unter anderem die Gefäßregulation und Schmerzverarbeitung beeinflusst. Wissenschaftlich untersucht wird auch ein möglicher Zusammenhang zwischen Histamin, Mastzellaktivität und dem Migränebotenstoff CGRP (4).

Manche Betroffene reagieren auf histaminreiche Lebensmittel wie Rotwein, gereiften Käse, Salami oder fermentierte Produkte. Auch andere Lebensmittelunverträglichkeiten können eine Rolle spielen. Ein Ernährungstagebuch kann helfen, tatsächliche Zusammenhänge zu erkennen. Der Verzicht auf gesunde Nahrungsmittel, die als individueller Migränetrigger wirken, sollte jedoch nur als kurzfristige Intervention verstanden werden und nicht als Therapie. Ziel ist es stattdessen die tatsächliche Ursache der Beschwerden – also zum Beispiel eine beeinträchtigte Darmgesundheit und Immunregulation – zu behandeln und langfristig die Verträglichkeit wieder herzustellen.

Schadstoffbelastung und äußere Reize

Schadstoffe aus Umwelt, Kosmetik, Haushaltsprodukten oder der Nahrung fördern Entzündungen und oxidativen Stress im Körper und sind in der heutigen Zeit ein relevanter chronischer Stressor. Ein direkter Zusammenhang mit Migräne wurde in Beobachtungsstudien zum Beispiel für die Belastung mit Luftschadstoffen wie Feinstaub und Stickstoffdioxid gezeigt (5). Natürlich ist es nicht möglich Schadstoffe gänzlich zu vermeiden, dennoch kann durch bewusste Kaufentscheidungen die Belastung im Alltag deutlich gemindert werden.

Viele Migränepatienten reagieren außerdem empfindlich auf äußere Reize. Zu den möglichen Triggern zählen Wetterumschwünge, flackerndes Licht, Lärm, intensive Gerüche und längere Bildschirmarbeit. Ein Migränetagebuch hilft dabei, individuelle Trigger zu erkennen und gezielt zu vermeiden. 

Flüssigkeitsmangel und Elektrolyte

Zu wenig Flüssigkeit kann Kopfschmerzen und bei entsprechender Veranlagung auch Migräneattacken begünstigen. Besonders bei Hitze, körperlicher Aktivität oder starkem Schwitzen steigt der Flüssigkeitsbedarf. Regelmäßiges Trinken und eine angemessene Versorgung mit Elektrolyten sind deshalb wichtige vorbeugende Maßnahmen. 

Passende Allvital-Produkte im Überblick

Folgende Nahrungsergänzungen können bei der ganzheitlichen Behandlung der Migräne eine Rolle spielen, da sie beispielsweise zu einer gesunden Funktion des Nervensystem oder des Energiestoffwechsels beitragen, Entzündungsreaktionen regulieren oder die Darmgesundheit unterstützen:

  • Magnesium Plus: Kombiniert Magnesiumcitrat mit Vitamin B6. Beide Nährstoffe tragen zur normalen Funktion des Nervensystems und des Energiestoffwechsels bei. Magnesium unterstützt außerdem das Elektrolytgleichgewicht und die normale Muskelfunktion und viele weitere Prozesse im Stoffwechsel.
  • Vitamin B Komplex: Enthält alle acht B-Vitamine, darunter Vitamin B2, B6 und B12. Vitamin B2 trägt zu einem normalen Energiestoffwechsel bei, während Vitamin B6 und B12 die normale Funktion des Nervensystems unterstützen.
  • Coenzym Q10: Liefert 50 mg Coenzym Q10 pro Kapsel und in Kombination mit Alpha-Liponsäure, Resveratrol, OPC und Curcumin. Coenzym Q10 kommt natürlicherweise in den Mitochondrien vor und spielt eine wichtige Rolle bei der mitochondrialen Energiegewinnung.
  • DHA plus EPA: Enthält die langkettigen Omega-3-Fettsäuren DHA und EPA aus hochwertigem Mikroalgenöl. DHA trägt zur Erhaltung einer normalen Gehirnfunktion bei und ist ein wichtiger Bestandteil der Zellmembran von Nervenzellen.
  • Vitamin D3 + K2: Kombiniert Vitamin D3 und Vitamin K2 in praktischer Tropfenform. Vitamin D trägt zur normalen Funktion des Immunsystems und der Muskeln bei und unterstützt die Erhaltung gesunder Knochen. Zudem ist es am Stoffwechsel von Magnesium beteiligt.
  • ProBio 14: Kombiniert 14 ausgewählte Bakterienkulturen mit den präbiotischen Ballaststoffen Inulin und Fructooligosacchariden und wurde als Synbiotikum zur Unterstützung einer gesunden Darmflora konzipiert.
  • Darm-Hirn Komplex: Enthält unter anderem L-Glutamin, Natriumpropionat, Cholin, Katzenkralle und Lapacho. Natriumpropionat dient den Darmepithelzellen als Energiequelle. Die Kombination wurde speziell zur Unterstützung der Darm-Hirn-Achse entwickelt.

Quellen

  1. Robert Koch Institut. Migräne und Spannungskopfschmerz in Deutschland. Prävalenz und Erkrankungsschwere im Rahmen der Krankheitslast-Studie BURDEN 2020 - Journal of Health Monitoring S6/2020.
  2. Gross EC, Lisicki M, Fischer D, Sándor PS, Schoenen J. The metabolic face of migraine - from pathophysiology to treatment. Nat Rev Neurol. 2019;15(11):627-643.
  3. Mugo CW, Church E, Horniblow RD, et al. Unravelling the gut-brain connection: a systematic review of migraine and the gut microbiome. J Headache Pain. 2025;26(1):125. Published 2025 May 21.
  4. de Mora F, Messlinger K. Is calcitonin gene-related peptide (CGRP) the missing link in food histamine-induced migraine? A review of functional gut-to-trigeminovascular system connections. Drug Discov Today. 2024;29(4):103941.
  5. Portt AE, Orchard C, Chen H, Ge E, Lay C, Smith PM. Migraine and air pollution: A systematic review. Headache. 2023;63(9):1203-1219. 

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